Website of Tobias Westmeier

Postillon Clouded Yellow
Colias croceus

Postillon
Unterseite. (Nettersheim, NRW, 29. 06. 2003)

Aussehen: Oberseits gelborange bis orange mit kräftiger schwarzer Randzeichnung. Hinterflügel-Unterseite gelb, Vorderflügel-Unterseite gelborange mit gelbem Rand.
Flügelspannweite: 3,5–5,0 cm.
Flugzeit: In Deutschland ungefähr von Mai bis Oktober. Am häufigsten im Spätsommer.
Verbreitung: In ganz Deutschland ausschließlich als Wanderfalter.
Lebensraum: Verschieden. Blütenreiche, warme Stellen; oft auf Luzernefeldern oder Rotem Klee.
Überwinterung: Kann in Deutschland im allgemeinen nicht überwintern.
Rote Liste: –.

Beschreibung

Der Postillon gehört zu den Wanderfaltern, die in Deutschland den Winter im allgemeinen nicht überstehen können aber jedes Jahr aus dem Süden einwandern. Bodenständig ist er in Nordafrika und in Südeuropa. Von dort aus wandern die Falter vom Frühjahr an in Richtung Norden und erreichen im Verlauf des Sommers mitunter die Britischen Inseln und den Süden Skandinaviens. Da sie den kalten Winter kaum überleben können, gehen die Populationen in Mitteleuropa jedoch wieder zugrunde bis zur Wiederbesiedelung im nächsten Sommer. Im Gegensatz zu anderen Wanderfaltern wie Admiral oder Distelfalter ist der Postillon in Deutschland nur selten und vereinzelt anzutreffen. Das Auftreten hängt auch stark vom Wetter ab. Im sogenannten „Jahrhundertsommer“ 2003 war der Postillon überall sehr häufig anzutreffen; in kühlen und verregneten Jahren sieht man ihn hingegen mitunter gar nicht.

Der Postillon ist ein recht großer, kräftiger und ungestümer Schmetterling, der durch seine orangefarbenen Vorderflügel im allgemeinen sicher von ähnlichen Gelblingen unterschieden werden kann. Die Männchen sind etwas kleiner, und ihre Orangefärbung ist weniger intensiv. Die Weibchen treten selten in einer hellen Farbvariante (Form helice) auf, die leicht mit den Weibchen der Goldenen Acht oder des Südlichen Heufalters verwechselt werden kann. Verwechslungsgefahr bestand in der Vergangenheit auch mit dem ähnlichen Orangeroten Heufalter (Colias myrmidone), der jedoch nur im äußersten Südosten Bayerns vorkam und seit dem Jahr 2001 in ganz Mitteleuropa ausgestorben ist.

Den Postillon trifft man in Deutschland am ehesten im Spätsommer an blütenreichen Orten an. Gern saugen sie zum Beispiel an den Blüten von Luzerne und Rotem Klee. Die Raupen leben polyphag und fressen unter anderem an einer Reihe von Kleearten. Im frostfreien Mittelmeergebiet legen sie keine Diapause ein, sondern fressen auch im Winter weiter.

Weitere Photos

Postillon
Durch die orangegelbe Unterseite der Vorderflügel ist der Postillon in Deutschland unverwechselbar. (Nettersheim, NRW, 29. 06. 2003)
Postillon
Selten findet man Weibchen, bei denen die orangegelbe Grundfarbe gegen ein blasses Gelb ersetzt ist (Colias croceus f. helice). (La Palma, Spanien, 25. 05. 2003)
Postillon
Im Gegensatz zu anderen Colias-Arten ist bei Postillon die Unterseite der Hinterflügel nicht rein gelb, sondern geht leicht in Grünliche. (Nettersheim, NRW, 24. 08. 2003)

Referenzen