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Südlicher Heufalter Berger’s Clouded Yellow
Colias alfacariensis

Colias alfacariensis
Unterseite eines Männchens. Es könnte sich auch um Colias hyale handeln. (Nettersheim, NRW, 21. 09. 2003)

Aussehen: Männchen oberseits gelb mit schwarzer Zeichnung in der Postdiskalregion. Weibchen ähnlich, aber eher blaßgelb bis weiß gefärbt. Unterseite gelb, beim Weibchen blaßgelb. Fast nicht von der Goldenen Acht (Colias hyale) zu unterscheiden!
Flügelspannweite: 3,5–4,5 cm.
Flugzeit: Mai bis Oktober in 2–3 Generationen.
Verbreitung: In der Mitte und im Süden Deutschlands.
Lebensraum: Trockenwarme, blütenreiche Magerrasen auf basischen Böden.
Überwinterung: Raupe
Rote Liste: V.

Beschreibung

Der Südliche Heufalter ist eine typische Art trockenwarmer Kalkmagerrasen, wo man die Falter fast das ganze Jahr über in meist größerer Zahl antrifft. Seine gelbe Farbe verrät, daß er zur Unterfamilie der Gelblinge (Coliadinae) gehört. Wie alle Gelblinge halten die Falter ihre Flügel immer geschlossen, so daß man die Oberseite praktisch nie zu Gesicht bekommt. Die Raupen ernähren sich von Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) und Kronwicke (Coronilla varia).

Obwohl der Südliche Heufalter in vielen Gebieten Deutschlands häufig ist, wurde er erst 1905 als eigene Art beschrieben. Der Grund liegt darin, daß er sich äußerlich praktisch nicht von der sehr ähnlichen Goldenen Acht (Colias hyale) unterscheiden läßt. Zwar gibt es im Mittel geringe Unterschiede in Flügelform und Zeichnung, die jedoch wegen der Variation der Falter nicht zur sicheren Unterscheidung einzelner Individuen gereichen. Die Raupen beider Arten hingegen sehen völlig verschieden aus, so daß eine Unterscheidung nicht schwerfällt. Da man aber bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert hinein die meiste Aufmerksamkeit den Faltern und nicht den früheren Stadien schenkte, blieb bis 1905 unerkannt, daß es sich bei dem so häufigen und im Volksmund als “Goldene Acht” bezeichneten Schmetterling in Wahrheit um zwei verschiedene Arten handelte.

In einem Punkt unterscheiden sich Gemeiner und Südlicher Heufalter jedoch: Der Südliche Heufalter ist eine standorttreue Art, die ihren Lebensraum Kalkmagerrasen selten verläßt. Der Gemeine Heufalter hingegen ist eine eher vagabundierende Art, die man in verschiedenen Lebensräumen antreffen kann, häufig auf Feldern und Wiesen, die reich mit Blüten bestanden sind. Trotzdem kommen beide Arten auf geeigneten Magerrasen oft gemeinsam vor.

Weitere Photos

Colias alfacariensis
Die Männchen sind unterseits leuchtend gelb gefärbt. Es könnte sich auch um Colias hyale handeln. (Nettersheim, NRW, 08 / 2001)
Colias alfacariensis
Die Unterseite der Weibchen ist wesentlicher blasser gelb gefärbt als die der Männchen. Es könnte sich auch um Colias hyale handeln. (Nettersheim, NRW, 14. 09. 2003)
Colias alfacariensis
Nur bei der Balz bekommt man auch einmal die Oberseite der Falter (hier eines Weibchens) zu Gesicht. Es könnte sich auch um Colias hyale handeln. (Nettersheim, NRW, 08 / 2000)
Colias alfacariensis
Die länglichen, zugespitzten Eier sind direkt nach der Ablage noch hellgelb. (Nettersheim, NRW, 10. 09. 2006)
Colias alfacariensis
Später nehmen die Eier (hier an Hufeisenklee) eine rotbraune Farbe an. (Nettersheim, NRW, 21. 09. 2003)

Referenzen