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Kleiner Moorbläuling Alcon Blue
Maculinea alcon (Denis & Schiffermüller, 1775)

Maculinea alcon
Oberseite eines Weibchens. (Dwingelderveld, Niederlande, 24. 07. 2004)

Aussehen: Männchen oberseits einheitlich graublau. Weibchen oberseits dunkelgrau mit mehr oder weniger ausgedehnter Blaufärbung, oft mit dunklen Flecken. Unterseite beider Geschlechter graubraun mit großen, dunklen Punkten. Sehr ähnlich unseren anderen Arten der Gattung Maculinea.
Flügelspannweite: 3,0–3,6 cm.
Flugzeit: 1 Generation von Anfang Juli bis Mitte August.
Verbreitung: Sehr lokal und zerstreut über ganz Deutschland.
Lebensraum: Feuchte Heiden, Wiesen und Moore mit Vorkommen des Lungenenzians.
Überwinterung: Raupe.
Rote Liste: 2.

Synonyme Synonyms

Beschreibung

Mit dem Kleinen Moorbläuling, der gelegentlich auch Lungenenzian-Ameisenbläuling genannt wird, haben wir einen der seltensten und gefährdetsten Tagfalter Europas vor uns. Die Ursache für die Empfindlichkeit dieses Schmetterlings ist in seiner Lebensweise zu suchen, die an das Vorkommen des Lungenenzians sowie einer ganz bestimmten Ameisenart gebunden ist. Der Lungenenzian dient den Raupen als Futterpflanze. Die Weibchen legen die winzigen, weißen Eier gezielt an die noch geschlossenen Blütenknospen, wo sie bei näherer Betrachtung leicht zu finden sind. Oft ist es einfacher, die Eier zu entdecken als den seltenen Falter. Nachdem die Raupe geschlüpft ist, frißt sie zunächst am Lungenenzian. Später läßt sie sich von Ameisen in den Schutz des Ameisennestes verschleppen, wo sie von den Ameisen wie ihre eigene Brut gepflegt und gefüttert wird. Dies erreicht die Raupe im wesentlichen durch bestimmte Pheromone. Nach der Überwinterung und Verpuppung schlüpft dann im nächsten Sommer der Falter. Durch diesen hochkomplexen Lebenszyklus ist der Kleine Moorbläuling sehr empfindlich gegenüber Einflüssen durch den Menschen.

Heute findet man den Kleinen Moorbläuling noch sehr lokal in ganz Deutschland auf nassen Heiden und Mooren mit Vorkommen des Lungenenzians, so zum Beispiel in den Heidegebieten Norddeutschlands und der benachbarten Niederlande. Durch seine Größe und Zeichnung ist er im allgemeinen sicher von anderen Bläulingen zu unterscheiden. Jedoch besteht Verwechslungsgefahr mit unseren anderen Bläulingsarten der Gattung Maculinea, beispielsweise mit dem Schwarzgefleckten Bläuling (Maculinea arion). Von der Art Maculinea rebeli läßt sich der Kleine Moorbläuling äußerlich sogar gar nicht unterscheiden. Allerdings bewohnt Maculinea rebeli eher trockenwarme Kalkmagerrasen, so daß über den Lebensraum im allgemeinen eine sichere Zuordnung der Art möglich ist. Von einigen Autoren wird Maculinea rebeli jedoch nicht als eigenständige Art, sondern nur als ökologische Variante von Maculinea alcon angesehen.

Photos

Maculinea alcon
Die Weibchen sind oberseits mehr oder weniger stark blau bestäubt und besitzen häufig auffällige, dunkle Flecken. (Dwingelderveld, Niederlande, 24. 07. 2004)
Maculinea alcon
Die Unterseite (hier eines Weibchens) ist graubraun gefärbt mit einer charakteristischen Anordnung dunkler Flecken. (Dwingelderveld, Niederlande, 24. 07. 2004)
Maculinea alcon
Lebensraum des Kleinen Moorbläulings sind feuchte Heide- und Moorgebiete. (Dwingelderveld, Niederlande, 24. 07. 2004)
Maculinea alcon
Die winzigen, weißen Eier (Pfeil) werden von den Weibchen an die Blütenknospen des Lungenenzians geheftet. (Dwingelderveld, Niederlande, 22. 07. 2004)

Nachweise Records


Referenzen